Pardubice 2009 Startseite

 

Von Rüdiger Zart

 

Auch dieses Jahr pilgerten wieder etliche Schachverrückte in das beschauliche Pardubice in der Tschechei. Aus unserem Verein reisten Viktor, Hendrik und ich an.

 

Ich hatte mich auf eigene Faust im Hotel Atrium angemeldet. Per E-Mail wurde mir der Preis bestätigt. Im Vergleich zu Dirk Hasenbank und Ralf Adloff hatte ich einen Hammerpreis erhalten. Beim Einchecken am Donnerstag wollte ich daher gleich im Hotel zahlen, um den Preis klarzumachen. Ich erhielt stattdessen Zimmer eins mit Balkon. Alles vom Feinsten. Zahlen war für das Ende des Aufenthalts vorgesehen.

 

Da ich in einer eher schlechten Verfassung war entschloss ich mich um und habe am B-Turnier teilgenommen statt wie ursprünglich geplant am A-Turnier. Das hatte zur Folge, dass ich in der oberen Hälfte der Setzliste war und ständig (bis auf eine Runde) gegen Gegner mit schwächerer Elo als ich antreten durfte.

 

Am Freitag und Samstag liefen meine ersten beiden Partien nach dem gleichen Schema. Erst im Endspiel gelang es mir die Partien für mich zu entscheiden. Aber immerhin: Ich startete mit beachtlichen zwei Punkten ins Turnier. In der dritten Runde durfte ich gegen den an Eins gesetzten Bulgaren ran. Völlig chancenlos verlor ich diese Partie.

 

Am Sonntag war der Chef des Hotels anwesend und ich dachte es sei clever die Zahlthematik zu erledigen. Ich zeigte ihm die E-Mail mit der Bestätigung, die ihn sehr nachdenklich machte. Erst sagte er, dass sein Sohn wohl mal wieder Unsinn gemacht hat. Dann sagte er zu meinem Erschrecken, dass diese E-Mail nicht von diesem Hotel versandt wurde. Die E-Mail-Adresse ist eine völlig andere. Auch die Person, die gezeichnet hat gibt es in diesem Hotel nicht. Letztlich musste ich den gleichen Preis wie Dirk Hasenbank zahlen. Hammer. Ich hatte mich tatsächlich bei einen falschen Hotel Atrium irgendwo in der Tschechei angemeldet.

 

Die vierte Runde lief gut an. Ich eroberte in der Eröffnung einen Bauern und dominierte das Brett. Ich dachte durch Tausch der Damen den Vorteil zu verwerten. Aber Pustekuchen. Mein Gegen machte Druck auf meine Damenflügelmehrheit und sein Läuferpaar schnürte mich ein. Letztlich konnte ich froh sein das Remis zu halten. In der fünften Runde überspielte ich einen Jugendlichen positionell. Es war die sauberste Partie meines Turniers. Nach der fünften Runde hatte ich also beachtliche 3,5 aus fünf.

 

Es sollten leider nur noch 1,5 aus vier hinzukommen. Die Partien in Runde sechs und acht waren schwer in Ordnung. In Runde sechs spielte ich gegen eine Jugendliche aus Aserbaidschan die interessanteste Partie meines Turniers. Ein verdientes Remis. Die Partie in Runde acht war blitzsauber. Manchmal ist mit Schwarz nur ein Remis drin.

 

In Runde sieben und neun überspielte ich zwei Jugendliche in der Eröffnung holte aber leider nur einen enttäuschenden halben Punkt. In Runde sieben habe ich die Stellung nach Damentausch wieder falsch eingeschätzt und konnte glücklich sein Remis zu halten. In der Runde neun verließen mich die Kräfte und ich stellte bei knapper Bedenkzeit einen Turm ein.

 

Fazit: Pardubice ist aus verschieden Gründen ein heißer Tipp. Das Turnier bietet Spielern jeglicher Spielstärke die passende Herausforderung. Nach der Partie gibt es etliche Möglichkeiten den Abend in einer netten Runde zu genießen. Pardu ist definitiv ein Geheimtipp. Nächstes Jahr zieht es mich wohl wieder dorthin. Diesmal korrekt angemeldet. Würde mich freuen, wenn mich jemand aus unserem Verein ins Atrium begleitet.

 

Für mehr Informationen hier die Homepage des Turniers.