SKJE 1 2009/1010 - Landesliga Hamburg Startseite

10. bis 11. April 2010

Hamburger Meister und Aufstieg in die Oberliga

Nach dem wir in der sechsten Runde zwar nicht überzeugt, aber dennoch gewonnen haben (gegen Großhansdorf), kam es am schon traditionellem Schlusswochenende in Hamburg, City-Nord, bei der Signal Iduna, zu den beiden letzten Runden. Vor Beginn dieser beiden Runden war unsere Ausgangslage so, dass man von einem Aufstieg eigentlich nur träumen konnte. Aber träumen ist erlaubt und manchmal werden Träume auch war. Wir waren, mit zwei Mannschaftspunkten und drei Brettpunkten Rückstand, Zweiter hinter Schachfreunde. Diese waren zudem nominell noch deutlich besser (so ca. 110 Punkte im Schnitt). Einziger Trost: Sie hatten mit Großhansdorf in der achten Runde und und uns das härtest mögliche Restprogramm.

In der achten Runde hatten wir es mit SK Marmstorf zu tun. Nachdem wir in den letzten Jahren gegen diesen Gegner immer schlecht ausgesehen hatten galt es diesmal, um noch Spannung in der Landesliga zu halten, nicht nur das Trauma zu überwinden, sondern auch noch möglichst hoch zu gewinnen. Brettpunkte mussten aufgeholt werden. Nun, das Vorhaben wurde nahezu mustergültig umgesetzt. Hendrik und Rüdiger an eins und zwei hatten es mit nominell stärker Gegnern zu tun (Hebbinghaus und Hawallek), aber schafften beide das Remis. Und an den Bretter drei bis sechs gelang ein "clean-sweep" - auch wenn die Siege - wie z.B. an meinem Brett sechs, nicht immer sauber waren. 7:1 - Traume - gründlich - überwunden und kräftig vorlegt.

Schachfreunde war mit einer verhältnismäßig schwachen Truppe angetreten. Wobei das alles relativ ist. Es dürfte immer noch die stärkste Mannschaft gewesen sein, die für Schachfreunde antrat. In der Höhe etwas glücklich konnte Schachfreunde mit 5,5:2,5 gewinnen. Wir hatten den Rückstand also auf 1,5 Punkte verkürzt, so dass am Ende ein 5:3 gegen die Schachfreunde reichen würde.

Sonntag Morgen, 11.00 Uhr. Ein echtes Finale in der Hamburger Landesliga begann und wir waren nicht dabei, sondern mittendrin. Das war schon einmal ein großer Erfolg, war unser Saisonziel doch, möglichst schnell den Klassenerhalt klar zu machen. Und jetzt waren es nur 5 Punkte bis zum Meistertitel und der Oberliga. Zu den Partien im einzelnen:

Martin vs Martin Zimmermann

Mein Gegner hatte sich auf Volker Ahmels vorbereitet und viel nun in sein übliches, eher anspruchsloses, Weißschema zurück. Ich konnte schnell ausgleichen, im Zentrum wurde alles abgetauscht und am Ende war eine komplett ausgeglichene und für beide Seiten nur schwer verlierbare Stellung entstanden. Angesichts der Tatsache, dass ich Schwarz hatte und mein Gegner nominell deutlich stärker war das Remis in Ordnung.

Christoph vs Jürgen Dietz

Abtauschfranzösisch sieht nun wirklich nicht nach der Waffe aus mit der man schnelle Punkte macht. Aber gegen einen Gegner wir Jürgen Dietz ist das vielleicht sogar ein gutes Mittel. Denn Geduld ist wohl nicht dessen starke Seiten. Er will immer gewinnen und er steht auf "action". Und so kam es hier schnell zur Krise, in der Christoph einfach besser war, den Rechenfehler seines Gegners ausnutzte und am Ende mit einem Turm mehr dastand. 1,5:0,5.

Bernd vs Matthias Herrmann

Eine eher unangenehme Paarung für uns. Von allen in Betracht kommenden Schachfreunden war Herrmann wohl der unangenehmste für Bernd. Bernd kam allerdings gut aus der Eröffnung heraus, vergaloppierte sich dann allerdings im Mittelspiel etwas mit seiner Dame und als dann noch ein kleiner Aussetzer dazu kam, da war die Partie vorbei. 1,5:1,5.

Frank vs Falko Meyer

Frank geriet schnell in eine passive Stellung und musste sich ganz schön strecken um nicht unter die Räder zu kommen. Aber eine zähe Verteidigungsarbeit trug Früchte, die Stellung konsolidierte sich und am Ende kam es zu einer Punkteteilung. 2:2.

Jetzt mussten aus den verbleibenden vier Partien 3 Punkte her. Und das lag in der Luft. Die Spannung war mit den Händen zu greifen. Zu diesem Zeitpunkt stand Hendrik an 1 zwar ehr bedenklich und hatte auch nur noch wenig zeit, aber noch war nichts verloren. Rüdiger stand sehr gut gegen Zacharias and Brett 2 und ein ganzer schien greifbar nahe. Wesal an vier hatte lange Zeit eher kritisch gestanden, aber sein Gegner hatte gerade einen vielversprechenden Königsangriff von Wesal zugelassen. An Brett 8 stand Wolfgang druckvoll, aber etwas Reales war nicht in Sicht.

Wesal vs Marco Jaeckle

Als erster konnte Wesal den Punkt eintüten. Sein Königsnagriff, der nicht unbedingt zugelassen werden musste, war zu stark und wir gingen mit 3:2 in Führung. nachdem es in dieser Partie lange Zeit nicht nach einem Punkt ausgesehen hatte kann man schon feststellen, dass hier der kampf drehte und wir fahrt auf die notwendigen 5,0 Punkte aufnahmen. 3:2

Rüdiger vs Christian Zacharias

Das sah nach richtigem Einbahnstrassenschach aus. Rüdiger war gut aus der Eröffnung herausgekommen, baute seine Stellung im Mittelspiel weiter aus und konnte dann sicher den Sack zumachen. Was jetzt alles so einfach klingt war eine Riesenleistung von Rüdiger, der mich insbesondere durch seine Sicherheit überzeugte und so auch, bevor der Sieg stand, uns etwas Sicherheit gab und Druck auf die Schachfreunde ausübte. 4:2

Hendrik vs Jan-Paul Ritscher

Hendrik hatte mit Ritscher sicherlich den schwersten Brocken abbekommen. Immer etwas passiv stehend, zumindest solange ich die Partie verfolgen konnte, verteidige er sich umsichtig. Allerdings wurde zum Schluss die Zeit sehr knapp. Aber in dieser Zeitnot geschah dann ein kleines Wunder. Ritscher, der hier sicherlich schon gut stand, verrechnete sich und verlor die Qualität. Jetzt konnte Hendrik eigentlich kaum noch verlieren und nach ein paar ungenauen Zügen von Ritscher hatte er sogar Gewinnaussichten. Am Ende wurde es dann doch remis. 4,5:2,5.

Wolfgang vs Florian Kull

Bereits nach der Zeitnotphase war klar, dass Wolfgang diese Partie nicht mehr würde verlieren können. Als dann eigentlich auch sicher war, dass Hendrik nicht mehr verlieren würde und wir 5,0 Punkte machen würde, da spielte er sehr sich, ließ nichts mehr anbrennen und als sein Gegner 16.15 Uhr in das Remis einwilligte, da war der Aufstieg perfekt. Um einen halben Brettpunkt hatten wir die Schachfreunde abgefangen. 

1. SKJE                    16:2 (48)
2. Schachfreunde     16:2 (47,5)

Saisonfazit:

 

Unmittelbar nach der saison eine Zusammenfassung zu schreiben ist sicherlich immer etwas oberflächlich, aber manche Dinge machen einfach mehr Spaß, wenn man sie mit Freude tut. Insgesamt haben wir eine sehr gute Saison gespielt. Dies wird nicht nur durch die 16:2 Mannschaftspunkte deutlich, sondern auch daran, dass wir die deutlich stärker geführten, sowohl nach DWZ als auch NWZ, auch in Brettpunkten  geschlagen haben. Dies ist eigentlich immer die Domäne der stärkeren Mannschaft. Und so dürfen wir zunächst einmal festhalten, dass wir daher nicht nur mit Glück, sondern auch verdient aufgestiegen sind. Ebenso wie Schachfreunde verdient aufgestiegen wäre, hätten sie uns einen halben mehr abgenommen.

Was waren die Gründe für den Erfolg. Sicherlich einmal eine große Stabilität innerhalb der Mannschaft. Es wurden wenig Ersatzspieler eingesetzt, es gab keine Last-Minute Änderungen und wir hatten eine gute Aufstellung. Alle waren motiviert, auch als der Klassenerhalt schon sicher war.

Auch wenn dies vielleicht gegenüber einigen aus der Mannschaft unfair erscheinen mag, so will ich frei Spieler hervorheben, deren Leistung für mich besonders wichtig für den Erfolg waren.

Hendrik an Brett 1, der mit 6 aus neun seine Vorhersage vor der Saison (33 %) locker verdoppelte, aber auch durch seinen Optimismus immer dazu beitrug, das die Mannschaft an sich glaubte. Und der natürlich als Mannschaftsführer erfolgreich dafür sorgte, dass logistisch alles klappte.

Rüdiger an Brett 2, der ebenfalls deutlich über Soll spielte und der - insbesondere in der zweite Hälfte der Saison bei wichtigen Kämpfen (Großhansdorf und Schachfreunde) durch schöne und eindeutige Siege für wichtige Punkte sorgte. Punkte, die in der Situation immer mehr wert waren als nur der eine Brettpunkt.

Christoph, der mit 8 aus neun zum Topscorer wurde und dabei insbesondere durch seine Sicherheit überzeugte. Ein sehr überzeugendes Comeback für den SKJE nach einer Pause von fast zwanzig Jahren.

Das ist natürlich eine ganz persönliche Wertung von mir. Und letztendlich zählte jeder halbe Punkt, keiner war überflüssig oder kann hinweggedacht werden.

OK, und jetzt zum Abschluss noch etwas Wasser in den Wein. Die nächste Saison wird sehr hart werden. Dort spielen wir neunmal gegen Gegner vom Niveau der Schachfreunde oder besser. In der Oberliga werden aus uns warten SK Norderstedt (das tut mir persönlich sehr weh - wieso konnten die nicht die Klasse halten?), Königsspringer Hamburg, Lübecker SV II, Hamburger SK III, SC Diogenes, Preetzer TSV, SC Agon Neumünster, Schachfreunde Schwerin und der Aufsteiger aus Schleswig-Holstein. Um damit zu halten müssen wir jedes Wochenende so spielen wie am vergangenen Wochenende.

07. Februar 2010

SKJE I - HSK IV 7:1
Klare Sache

In aller Regel sind Ergebnisse wie 7:1 der Ausdruck eines glücklichen Verlaufs. Hier war es jedoch anders. Der Kampf verlief so einseitig wie das  Ergebnis es zum Ausdruck bringt. Wir gewannen sechs Partien, wobei in jeder dieser Partien deutlich wurde, dass unser Spieler einfach besser drauf war. Hendrik kegelte sehr souverän Klaus Besenthal vom HSK um, während Rüdiger zwar voll in die Vorbereitung seines Gegners hineinlief, in dem taktischen Geklotze einfach den besseren Überblick hatte. Auch in den Partien von Frank und Wesal gab es keine besonderen Überraschungen. Sie gewannen ebenso sicher wie Volker an Brett 5. An Brett sechs gab ich ein Remis ab, nachdem ich in der Eröffnung nichts herausgeholt hatte. An Brett 7 überspielte Christoph seinen Gegner ebenso sicher wie Andrej den seinigen an Brett 8. Dort allerdings gab es dann doch noch einen kleinen Störfall. In Zeitnot verpasste Andrej die beste Abwicklung und wollte dann das Damenendspiel mit Mehrbauern nicht unbedingt gewinnen, da schon alle anderen fertig waren. So leicht wird es allerdings wohl nie wieder werden in der Landesliga Punkte zu machen, denn es gibt wohl keine andere Mannschaft die den Anforderungen dieser Klasse so wenig gewachsen ist wie HSK IV. Für Freunde der Statistik ... .

    1 2 3 4 5 6 7 8 9 =
1

Hendrik Schüler

1 = 1 = 1 1       5/6
2

Rüdiger Zart

0 1 = -0 0 1       2,5/6
3

Frank Behrhorst

- = - - 1 1       2,5/3
4

Wesal Moshtael

= 1 = 1 0 1       4/6
5

Volker Ahmels

- - 1 - X 1       2/2
6

Martin Fischer

= = 1 = 0 =       3/6
7

Christoph Schroeder

= 1 1 = 1 1       5/6
8

Bernd Kussin

- = = = X -       1,5/3
9

Wolfgang Vandrey

= - - - 1 -       1,5/2
10

Andrej Zobel

1 0 1 1 0 =       3,5/6
11

Dennis Johannsen

0 - - 1           1/2
12

Simon Enxing

- - - -           -
13

Mark Gruenewald

- - - -           -
14

Armin Schmidt

- - - -           -
15

Peter Wirthgen

- - -             -
16

Paul Meyer-Dunker

- - -             -

 

24. Januar 2010

FC St. Pauli I - SKJE I 4:4
Keine Kompromisse

Der erste Kampf im neuen Jahr ging gegen die Mannschaft des FC St. Pauli, mit welcher wir uns in etwa auf Augenhöhe bewegen. Der Kampf selbst begann pünktlich unterhalb der Südtribühne des neuen Stadions am Millerntor in ruhige rund entspannter Atmosphäre. Für das erste zählbare Ergebnis war ich dann zuständig, als ich durch einen heftigen Blackout - einfachen Zwischenzug übersehen - eine total ausgeglichene Stellung gegen Stelting in eine solide dicke fette Null verwandelte. Mangelnde Praxis machte sich da deutlich bemerkbar. Frank war es dann vorbehalten kurz vor dem Ende der Normalspielzeit das 1:1 zu markieren, in dem er seine schon seit geraumer Zeit nur noch in Richtung laufende Partie beendete. Dann gelang Christoph der 2:1 Führungstreffer. Auch er stand schon lange Zeit gut und in Zeitnot ging bei seinem Gegner dann doch zuviel daneben. Wesal stand lange schlecht, bekam dann in der Zeitnot seines Gegners eine Chance, konnte diese aber nicht ergreifen und da stand es dann 2:2.

Nach vier Stunden war klar, dass es an Hendrik und Rüdiger an Brett 1 und 2 hängen würde, wie der Kampf ausging. Andrej bleib nur noch auf die Trümmer seiner Stellung zu gucken, aber es gab keine Lebenszeichen mehr und so blieb nur die Aufgabe. Wolfgang hatte kurz vor Ablauf der vierten Stunde einen Bauern eingesackt und diesen nun bis zum Springerendspiel halten können. Auch sein Gegner verspürte keine Veranlassung den sinnlosen Kampf fortzusetzen - 3:3.

Hendrik an 1 stand sehr gut, obwohl sich der Eindruck aufdrängte, dass er die eine oder andere vielversprechende Abwicklung vor dem 40. Zug verpasst hatte. Er musste seinen Gegner nun kneten und hoffen, dass dieser dem Druck nicht standhalten würde. Umgekehrt waren die Vorzeichen bei Rüdiger. Er hatte lange passiv gestanden und sich dann in ein Endspiel mit Minusbauer retten können, das noch die eine andere Remishoffnung barg. Aber es sollte nicht sein. Das Remis kam nicht. Bei Rüdiger würde ich mir wünschen, dass er mal etwas aktivere Eröffnungen spielt, wenn er nominell stärkere Gegner hat. Es muss ja nicht immer irgendeine Form des Damengambit sein, Indische Eröffnungen geben einen etwas unebeneren Stellungstyp.

Hendrik hingen spielte das Endspiel druckvoll und gewann letztendlich verdient. Er hat an Brett 1 jetzt mit 4 aus 5 ein extrem gutes Ergebnis erzielt und ist so nicht nur als Mannschaftsführer einer der Väter der bisher guten Saisonleistung.

Etwas Statistik:

 

13. Dezember 2009

Solider Erfolg gegen BILLE SC

Im zweiten Heimspiel kam es zu einem weiteren Sieg und weiteren zwei Punkten, die wir zur Zeit noch gegen den Abstieg sammeln. Für diesen Kampf mussten wir sowohl auf Frank als auch auf verzichten, so dass ein Sieg nicht unbedingt das war, was man erwarten konnte. Zudem ging ich selbst noch, gehandicapt durch einen Bandscheibenvorfall und daraus resultierenden starken Kopfschmerzen, in den Kampf.

Die ersten Resultate lieferten dann Bernd (an Brett 6) und ich (Brett 4). In beiden Partien kam jeweils Abtausch-Slawisch auf das Brett. Bernd hatte zunächst eine leichte Initiative, die dann allerdings bald vom Windt verweht wurde und so kam es zur Punkteteilung. Ich hatte Abtausch-Slawisch gewählt um möglichst bald unverdächtig remis anbieten zu können. Ein erstes Ansinnen dieser Art wies mein Gegner noch zurück, aber als er dann nur zwei Züge später, dass er nichts hatte, offerierte auch er den halben. Der Zwischenstand von 1:1 war nach knapp 2,5 Stunden dennoch OK.

Denn Hendrik hatte die brutalen Angriffsversuche eines Andreas Bigot im Griff und sein Gegner sah sich gezwungen der Partie durch Dauerschach nach etwas mehr als drei Stunden ein friedliches Ende zu geben. Zu diesem Zeitpunkt standen Wesal und Andrej bereits auf gewinn und machten die beiden Punkte dann jeweils durch das ausführen der Mattzüge auch amtlich. Zwischenstand 3,5:1,5.

Christoph war aus der Eröffnung mit einer etwas schlechteren Bauernstellung herausgekommen, aber im Doppelturmendspiel standen seine Figuren aktiver. Sein Gegner unternahm noch Gewinnversuche, aber am Ende wurde der Punkt geteilt. Dennis stand während der Partie bestimmt einmal komisch, aber sein Gegner ließ einen Bauern verdunsten und misshandelte dann noch in Zeitnot das Läuferendspiel. Dennis erwies als Vollstrecker und machte alles klar. da störte es auch nicht dass Rüdiger gegen Andreas Bertram kein Bein an die Erde bekam und an Brett 2 verlor.

Zur Winterpause sind wir jetzt mit 7:1 Punkten Dritter. Wie geplant wurde die Ernte im Herbst eingefahren und nun können wir im Frühjahr versuchen etwas mehr in die Scheuer zu fahren. Sollten wir unsere gute Form über den Jahreswechsel konservieren können und vielleicht sogar noch eine Schippe draufpacken, dann können wir auch ganz oben mitspielen.

Hier jetzt noch ein paar interessante Links:

Landesliga - Hamburg, Tabelle

Landesliga Hamburg, 4. Spieltag

Individuelle Ergebnisse:

 

29. November

Klarer Sieg gegen Union Eimsbüttel

Wenig dramatisch und aufregend ging es für uns in der dritten Runde der Landesliga zu. In einem Hinterzimmer des Hamburg-Hauses, in dem Union Eimsbüttel sein Landesligadasein fristet, gelang uns ein klarer 6,5:1,5 Erfolg. Unsere Gegner verzichteten auf ihre ersten beiden Bretter (Urlaub und Familie), während wir in einer sehr soliden Besetzung antraten. Obwohl ich nach nicht einmal knapp einer Stunde sang- und Klanglos einen Bauern eingestellt hatte gab es an den anderen brettern ausreichend Kompensation für dieses Missgeschick. Andrej an acht stand sehr gut, ebenso Christoph an sechs und Rüdiger an zwei. Außer mir stand eigentlich keiner schlecht, lediglich Hendrik hatte vielleicht etwas Grund zu klagen.

Nach gut zwei Stunden hatte der Rücken wind für uns zugenommen. Mir war es gelungen reichlihc Staub aufzuwirbeln und die Partie wieder in ausgeglichene Gewässer zu steuern. Andrej, Christoph und Rüdiger standen immer noch gut. Auch Volker and vier und Wesal and drei hatten schon die deutlich bessere Stellung und konnten den Gegner unter Druck setzen.

Nach drei Stunden fielen dann die ersten Tore. Christoph gewann seine Partie und nach dem Bernd in der Zwischenzeit einen halben eingeschoben hatte konnte ich meine Partie, nach einem Aussetzer meines Gegners, ebenfalls erfolgreich beenden. Auch in Hendriks Partie kam es nicht zu einer Krise, sondern sein Gegner verschluckte ein vergiftetes Bäuerchen und kurz darauf war der Punkt im Sack. Volkers Vorteil hatte sich mittlerweile zu einer Gewinnstellung verdichtet, so dass man auch damit leben konnte, dass Rüdiger mit einem Remis zufrieden sein musste, da sein Gegner im Turmendspiel zu viel Kompensation für einen Bauen bekam.

Nach vier Stunden war de Sieg, durch Volkers gewinn, unter Dach und Fach. Wesal und Andrej arbeiteten noch. Wesal konnte seinen zwischenzeitlichen Vorteil nicht entscheidend ausbauen, aber Andrej konnte seinen Mehrbauern in einen Punkt umwandeln.

Mit dem 6,5:1,5 Erfolg konnten wir den dritten Platz in der Liga halten, da auch die beiden vor uns liegenden Teams Großhansdorf und Schachfreunde ihre Hausaufgaben machten und jeweils gewannen, wobei der 4,5:3,5-Erfolg der Schachfreunde gegen Königsspringer II erstaunlich knapp ausfiel. In der nächsten Runde kommen die Schachfreunde von Bille zu uns und da wird es sicherlich etwas enger werden als gegen Union Eimsbüttel.

Der Kommentar unserer Gegner zu diesem Kampf ist sehr knapp, aber vollkommen zutreffend.

 

15. November 2009

Erstes Heimspiel - erster Sieg

Zu unserem ersten Heimspiel kam die zweite Mannschaft von Königsspringer zu uns. Wenn man eine halbwegs ruhige Saison verbringen will dann sollte man diese Gegner schlagen. Und so war es natürlich für alle erleichternd zu hören, dass mit Frank unser Brett 3 spielen konnte.

Schachspieler im Saal eröffnete die Auseinadersetzungen. Nach dem Anpfiff durch Schiedsrichter Hauke Reddmann konnte Hendrik als erster sein Minimalziel erreichen und gegen Michael Wolter die Partie in den sicheren Hafen des Remis steuern. Kurz darauf kam allerdings schon der erste Rückschlag. Andrej verstand von der Stellung einfach weniger als sein Gegner, war dann - nach eigenen Angaben - an einer Stelle zu leichtsinnig und zu faul und war dann damit beschäftigt eine Ruine zu verwalten. Leider war diese doch sehr baufällig und als der nächste Sturm kam war dann Schluss.

Nun lagen wir zwar mit 0,5.1,5 hinten, aber es gab keinen Grund zur Panik. An allen noch laufenden Brettern standen wir mittlerweile besser. Der Schreiber dieser Zeilen verrechnete sich zwar kurz darauf und verballerte seine klar vorteilhafte Stellung zum Remis, aber Rüdiger konnte an Brett 2 den vollen Punkt einfahren und so stand es zu beginn der dritten Stunde 2:2 - bei vier guten bis sehr guten Stellungen auf dem Brett.

Vor der Zeitkontrolle machte allerdings nur noch Wesal einen Punkt. Gegen Boris Bruhn gab es eine 1 und wir führten 3:2. Bernd verwurstete seinen Vorteil mit zunehmender Partie Dauer und am Ende, nach knapp 5 Stunden, kam es dann zur Punkteteilung.

Auch Christoph hatte aus seinem sehr guten Mittelspiel ein gutes Endspiel gemacht. In diesem ließ er dann gegnerische Aktivität zu und es gab ein Turmendspiel mit einem Wettlauf der Freibauern (jeweils drei an entgegengesetzen Flügeln). Wahrscheinlich stand auch sein Gegner zwischenzeitlich mal gut, aber nachdem Christoph bereits zwei Damen verschlissen hatte brachte die dritte, unter gütiger Mithilfe seines Gegners, den vollen Punkt. nach auf diese Weise nach ca. 5:45 Stunden der Sieg feststand gab Frank sein mittlerweile doch sehr remis Damenendspiel dann auch Remis und so kam es zu einem doch verdientem 5:3 Gesamterfolg.

Genug des Gesabbels, lasst Zahlen sprechen!

Wir sind jetzt, nach zwei Spieltagen, Tabellendritter. Wenn wir in der kommenden Runde gegen Großhansdorf gewinnen (kann passieren) und gleichzeitig Königsspringer gegen Schachfreunde (wahrscheinlich so wahrscheinlich wie ein 6er im Lotto) gewinnt, dann sind wir sogar Erster.

Und hier nun der Bericht über den gleichen Kampf aus der Sicht von Königsspringer, geklaut von deren Website:

Nach der Niederlage gegen die starken Großhansdorfer sollten nun unbedingt Punkte her! Mit dem SKJE hatten wir einen vermeintlich gleich starken Gegner. Also war alles drin!

Nach etwa 1 Stunde gefielen mir die Stellungen insgesamt nicht ganz so gut. Aber dann opferte Peter, unser Ersatzmann, die Qualität für einen Bauern und starke Initiative. Das Läuferpaar setzte sich dann schnell durch, 1:0 für uns. Relativ gleichzeitig opferte Karin ambitioniert eine Figur, während mir die übrigen Stellungen wieder mehr ausgeglichen schienen. Folglich waren die Remisen von Michael und Clemens taktisch sinnvoll.

Jochen hatte eine unklare Stellung, bei 4 Bauern hatte er einen entfernten, der konnte aber nicht laufen, da die gegnerischen Figuren allesamt doch etwas aktiver standen. Aber alles war noch drin.

Ich selbst hatte eine Nebenvariante im 4-Springerspiel auf dem Brett, die ich mir vor Jahren mal selbst überlegt hatte und zu der ich kein Material gefunden hatte. Mein Gegner spielte ungewöhnlich schnell dafür, dachte ich. Nach der Partie erzählte er mir dann, dass er das als Theorie kannte. Na toll, dachte ich, wieviele Spieler in Hamburg kennen diese Variante wohl als Theorie? Immerhin ein Trost - ich fand die richtigen Züge, bis er selbst einen schlechten machte. Ich hatte dann die Wahl zwischen dem Ausmacher (den ich gar nicht richtig gewürdigt hatte) und einem Zug, der mir immerhin deutlichen Vorteil brachte. Ich nahm den deutlichen Vorteil mit, um dann ein unnötiges Zwischenschach zu geben und den vorteilbringenden Läufer abzutauschen. Anschließend konnte ich meinen Zentrumsbauern nicht mehr halten und musste im Schwerfigurenendspiel versuchen zu foppen. Das gelang auch. Wir erhielten ein spannendes Turm-Endspiel mit jeweils 3 verbundenen Freibauern auf verschiedenen Flügeln

Mittlerweile hatte Karin verloren und Boris auch. Was hier genau passiert war, weiß ich nicht. Den anderen nach ging das Opfer von Karin wohl doch nicht und warum Boris verlor, bekam keiner so richtig mit. Es spielten also noch Christian mit Bauer weniger aber guten Remischancen und Jochen und ich in unklaren Stellungen. Ich riskierte nun alles und versuchte zu gewinnen. Hätte ich die offensichtlichen Züge gespielt, wäre aber auch nur Remis drin gewesen. So aber verlor ich am Ende sogar, nachdem mein Gegner das Endspiel sehr exakt spielte.

Jochen und Christian spielten beide remis, insgesamt hieß es am Ende also 3:5. Schade, da war mehr drin. Insgesamt erzielten wir 4 Weiß-Remisen (deutlich zu wenig!) und bei 3 Schwarz-Niederlagen und einem Sieg kann man natürlich keinen Mannschaftskampf gewinnen.

Nächste Runde kommen die Schachfreunde zu uns, so dass ein 0:6-Punktestand in Reichweite scheint. Dennoch - die Saison ist noch nicht vorbei! Die Konkurrenten im Abstiegskampf kommen noch und in der Signal Iduna holen wir ja standesgemäß 4 Punkte!

(Steffen Dettmann)

18. Oktober 2009

Saisonauftakt - 4:4 gegen SV Eidelstedt

An einem sonnigen Sonntag begann unsere diesjährige Saison gegen die Eidelstedter. Wir waren etwas ersatzgeschwächt, da wir auf Frank, Volker und Bernd verzichten muss, die beruflich an diesem Wochenende eingespannt waren. Die Eidelstedter hingegen hatten etwas aufgerüstet, insbesondere emit zwei Ehemaligen des SKJE, Gisbert Jacoby und Siegfried Weiss.

Gespielt wurde in einem Tanzsaal. Insgesamt angenehme Spielbedingungen. Das erste Ergebnis gab es nach etwas weniger als zwei Stunden, nachdem ich mit Jörg Müller den halben Punkt teilte. Zu diesem zeitpunkt sah der Mannschaftskampf bereits ganz gut aus und da ich meine Partie darauf angelegt hatte zunächst einmal nichts anbrennen zu lassen war dies zu dem Zeitpunkt eine gute Idee.

Sodann konnte Andrej uns gegen das Nachwuchstalent der Eidelstedter in Führung bringen. Er hatte ein imposantes Zentrum und der Gegner fand, anders als unser kleiner elektronischer Freund bei der anschließenden Kontrolle, kein Mittel, als dieses in Rollen kam. Nach nur etwas mehr als zwei Stunden lagen wir 1,5:0,5 vorne.

Leider müssen wir nun zu Dennis Partie kommen. Dennis fand gegen eine eher unambitionierte Eröffnung seines Gegners keinen rechten Plan. Ich kenne das Gefühl leider auch nur allzu gut. Eigentlich sollte man keine Probleme haben als Schwarzer, aber dann stochert man hier ein bisschen, wühlt dort, hat noch einen Einfall und schwupps - die Stellung sieht aus wie ein Reinfall. Unkoordiniert stehen die Einheiten in der Gegend rum und mit einem Mal ist eine weg. Was bleibt ist neben der Null in der Tabelle das Gefühl irgendwie neben sich zu stehen.

Nun stand es 1,5:1,5 und es war abzusehen, dass das eine enge Kiste werden würde. Christoph hatte seinen Gegner, Johnny Kjetzae, aus der Eröffnung heraus positionell und bereits überspielt. Aber in jetzt aufkommender Zeitnot hatte dieser noch einen Schwindel, man kann auch sagen Bluff, und konnte dann doch zum Remis entwischen. In der vor Ort durchgeführten post mortem Analyse konnte keiner den Bluff aufdecken, erst später bei Schweinske zeigte das Silikonmonster aus Hamburg das Christoph hätte den sack zumachen können. Nun ja, statt 2,5:1,5 nun 2:2.

Wolfgang hatte die ganze Zeit Vorteil gegen Siegfried Weiss gehabt, diesen aber in der vierten Stunde auch verdorben. Nun stand er schlecht, aber mit großer Routine vermied er, dass es noch schlimmer kam und so konnte man auch hier einen halben Zähler einsammeln.

 

Blieben noch die Bretter 1 bis 3. Wesal hatte aus der Eröffnung heraus Vorteil gehabt, diesen aber dann auch irgendwie aus den Augen verloren.  Nach knapp drei Stunden entschloss er sich eine Qualität zu opfern, aber objektiv betrachtet war das wohl nicht genug. Am Ende hätte sein Gegner noch einen Gewinnversuch unternehmen können. Er hatte dies aber nicht gesehen und so endete die Partie in einer Zugwiederholung.

An Brett 1 hatte Hendrik in der Eröffnung einen Bauern seines wesentlich stärkeren, zumindest nominell, Gegners eingesammelt. Sein Gegner war nun immer auf der Suche nach Kompensation. Aber Hendrik behielt die Nerven, baute seinen Vorteil aus und sammelte direkt nach der Zeitkontrolle eine Figur ein. Ende der Kampfhandlungen und 4:3.

Bleibt noch über Rüdiger zu berichten. Jener hatte gegen Gisbert anzutreten und kam sogleich unter Druck. Irgendwann musste er, um seinen König zu retten, eine Qualität geben. Eine Zeitlang schien Gegenspiel möglich, dann war nicht klar, ob Gisbert den Gewinnweg sah. Aber irgendwann starb auch diese Hoffnung und nach gut fünf Stunden wurde das 4:4 besiegelt.

Ja, es war mehr drin, denn Christoph und Wolfgang hätten auch gewinnen können. Aber es hätte auch weniger werden können, den Andrej hatte etwas Glück (oder- sein Gegner nutze seine Chance nicht) und auch bei Wesal und wiederum Wolfgang hätte auch etwas schiefgehen können. Insgesamt ein leistungsgerechtes 4:4.

Für die Freunde der Statistik hier die Zahlen des ersten Landesligaspieltags.

 

 

30. September 2009

Vorschau auf die Saison

Die erste Mannschaft unseres Vereines spielt - wie schon im Vorjahr - in der Landesliga Hamburg. Die Saison beginnt am 18. Oktober 2009 und endet, mit einer zentralen Veranstaltung und den letzten beiden Runden, am 10. und 11. April 2010.

Unsere Mannschaft bilden:

    1 2 3 4 5 6 7 8 9 =
1

Hendrik Schüler

1 = 1 =           3/4
2

Rüdiger Zart

0 1 = -0           1,5/4
3

Frank Behrhorst

- = - -           0,5/1
4

Wesal Moshtael

= 1 = 1           3/4
5

Volker Ahmels

- - 1 -           1,0/1
6

Martin Fischer

= = 1 =           2,5/4
7

Christoph Schroeder

= 1 1 =           3/4
8

Bernd Kussin

- = = =           1,5/3
9

Wolfgang Vandrey

= - - -           0,5/1
10

Andrej Zobel

1 0 1 1           3/4
11

Dennis Johannsen

0 - - 1           1/2
12

Simon Enxing

- - - -           -
13

Mark Gruenewald

- - - -           -
14

Armin Schmidt

- - - -           -
15

Peter Wirthgen

- - -             -
16

Paul Meyer-Dunker

- - -             -

Das Programm sieht wie folgt aus:

18. Oktober 2009 Bei SV Eidelstedt
15. November 2009 Gegen Königsspringer II
29. November 2009 Bei Union Eimsbüttel
13. Dezember 2009 Gegen Bille SC
24. Januar 2010 Bei FC St. Pauli
07. Februar 2010 Gegen HSK IV
28. Februar 2010 Bei SV Großhansdorf
10. April 2010 Gegen SK Marmstorf (Zentralveranstaltung)
11. April 2010 Gegen Schachfreunde Hamburg (Zentralveranstaltung)

Kaffeesatzleserei:

Es ist immer schwer Prognosen anzustellen, zumindest dann, wenn man nicht Gefahr laufen will, hinterher als der ganz große Kasper dazustehen. Wahrscheinlich wird man aber doch mit einer Sicherheit sagen können, wenn man denn diese Aussage hinreichend relativiert, dass Schachfreunde der große Favorit auf den sofortigen Wiederaufstieg in die Oberliga ist. Sie haben an ihren ersten acht Bretter einen Elo-Schnitt von 2234 und führen damit diese Statistik an, knapp gefolgt von Großhansdorf (2233). Allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass bei den Großhansdorfern ihre beiden ungarischen Spitzenspielerinnen durchgehend zum Einsatz kommen, so dass dann Schachfreunde zum Favoriten erklärt werden muss.

Es erscheint eher unwahrscheinlich, dass wir mit diesen beiden Mannschaften mithalten können, da unser Rating nur bei 2179 liegt. So sollte denn unser Ziel der gesicherte Klassenerhalt sein. Schön wäre, wenn wir diesen frühzeitig sicher machen könnten, insbesondere wenn man unser Schlussprogramm ansieht. Für uns heißt es also, dass wir von Anfang an fit sein müssen. Ein langsames einrollen in die Liga wäre eine eher unterdurchschnittlich gute Herangehensweise.

So hoffen wir also, dass wir alle im Herbst 2009 einen Schachfrühling erleben, so dass wir dann im Frühling 2010 keinen Herbst haben.

Mehr dann wenn's losgeht.

Martin Fischer